Thursday, November 30, 2006
Neues Gesetz über Winterreifen
Ein neues altes Gesetz zur Winterreifenpflicht entfacht eine neue alte Diskussion über deren Nutzen mit alten Argumenten die aber für die meisten immer wieder neu zu sein scheinen.
Es geht um die Ergänzung des §2 der STVO. Bei der seit 1. Mai 2006 in Kraft getretenen Novellierung des § 2 Abs. 3 a der Straßen-Verkehrsordnung handelt es sich um eine Verhaltensvorschrift mit folgendem Wortlaut:
"Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwischanlage."
Wie schon gesagt, es ist lediglich eine Ergänzung, also kein wirklich neues Thema.
Dennoch entfacht die Vorschrift neue Diskussionen, zu einem Jahrzehnte alten Problem.
Vornehmlich die Unvernünftigen suchen immer neue Ausreden warum man keine Winterreifen benötigt, und führen so sich selbst und gefährlicher Weise andere auf's Glatteis.
Die Gegenseite steht dem mit ihren falsche Behauptungen kaum nach, wenn auch mit weniger Risiko für die Allgemeinheit.
So gibt es die Mär der 7 Grad, nach der ein Sommerreifen bei dieser Temperatur die Bodenhaftung verlieren soll; praktisch mit einem Fingerschnipp. Dabei gibt es in Broschüren einzelner Hersteller den Vergleich zwischen Sommer- und Winterreifen, auf denen Sommerreifen bei trockener Straße und unter 0 Grad einen kürzeren Bremsweg haben als der Winterreifen.
Die andere nicht ausrottbare Unwahrheit besteht in der Aussage "Neue Sommerreifen sind so gut wie Winterreifen".
Wie kommt es zu diesen vorsätzlichen Unwahrheiten? Denn mittlerweile sind diese Aussagen nicht mehr einfach als Irrtum abzutun.
Nun da wäre wahrscheinlich hauptsächlich der Faktor Mensch zu betrachten, im Besonderen der Mann! Des Mannes liebstes Spielzeug ist nun mal sein Auto, und dabei insbesondere die Technik. Bedauerlicher Weise haben Männer aber gar nicht so viel Ahnung vom Auto und der Technik wie sie gemeinhin selber glauben und anderen Glauben machen wollen. Aber das würden sie natürlich niemals zugeben.
So wird jegliche Werbung nicht nur kritiklos angenommen sondern genauso hohl weitergegeben.
< --- Achtung Satire ---
Dass die Haftung bei genau 7,000 Grad, oder genauer bei ca. 6,999 Periode Grad plötzlich verlustreich ist, könnte Mann sicherlich noch erklären, obwohl es gerade genau jetzt zu weit führen würde.
Viel einfacher dagegen ist zu erklären das neue Sommerreifen genauso gut sind wie Winterreifen, denn einzig und alleine das Profil zählt im Schnee.
< ---Achtung Satire Ende ---
Da wird dann mal großzügig vernachlässigt, das neue Winterreifen ca. 3mm mehr Profil haben als neue Sommerreifen, oder das sie eben auch bei Frost und Glätte haften müssen. Auch wird vergessen, das das Profil der Sommerreifen lediglich zum Verdrängen von flüssigem Wasser dient, dass auch bei 7 Grad keine wesentlich höhere Dichte aufweist als Schneematsch.
Aber seien wir ehrlich, wer will denn so was schon ernsthaft wissen. Höchstens ein Klugscheißer und der wird in der „coolen“ Autobranche eh nicht gerne gesehen. Das ist dann das gleiche wie die Frage nach dem Spritverbrauch im Zusammenhang mit der Umwelt.
Allerdings gibt es hier einen großen Unterschied: Der Spritverbrauch ist nicht Sicherheitsrelevant, die richtige Bereifung schon. Aber da stoßen unsere Technikfreaks nun mal an ihre Grenzen. Frei nach dem Motto "ich verstehe mich auf Luxus, auf alles Notwendige kann ich verzichten", wird mit PS geprahlt, Alufelgen, und Superbrieten Reifen.
Es ist ja auch in der Tat nicht so einfach für einen Mann die richtigen Reifen auszusuchen. Denn er hat ein Grundsatzproblem. Er muss denken. Das einzige Denken des Mannes heißt "Gas". Wobei es sich hier weniger um denken als um Instinkt handelt. Das einzige Umfeld des Mannes heißt "Straße". Ob da eine Steigung oder Gefälle existiert, nimmt er nicht wahr. Langsam fahren, tun immer nur die anderen, und wer schon mal ein Auto hat das 200 km/h fährt, wird das natürlich uneingeschränkt auch im Winter tun.
Lassen wir nun mal unseren Mann vor sich hin grübeln und widmen uns den Tatsachen:
Der Winterreifen folgt der Funktion und das weitaus mehr als ein Sommerreifen. Demnach muss man sich im Vorfeld über das Einsatzgebiet klar sein.
Wer mit seinem PKW normalerweise 230km/h fahren kann und das auch meistens tut, weil er im Außendienst tätig ist, so macht es nicht sehr viel aus wenn er mit seinem Winterpneu nur 210km/h fahren kann. Für eher ländliche Gegenden würde auch 190km/h reichen. Die niedrigere Höchstgeschwindigkeit der Reifen hat nicht nur einen Kostenvorteil, sondern auch einen entsprechend geringeren Anteil am Positiv-Profil der Lauffläche. So gibt es im unteren Geschwindigkeitssegment teilweise eher gröberes Profil, was sich gut für Schnee macht aber eben nicht für die Laufkultur. Noch besser für Schnee sind schmale Reifen. So muss man zwar nicht von einem 205er Querschnitt runter auf 155 mm, aber 195 oder gar 185 mm Breite können sehr hilfreich sein. Zum einen spart man Geld, zum anderen ist der Druck pro Fläche größer was ein tieferes Einsinken ermöglicht. Geld spart man weil schmälere, langsamere Reifen i.A. günstiger sind. Ausnahmen bestätigen die Regel. So ist zum Beispiel ein Bridgestone mit 205mm und 210km/h einige 10€ billiger als sein Bruder für 190km/h.
Für Winterräder eignen sich auch Stahlfelgen. Es muss nicht das teurere Aluminium sein. Auf den Stahlfelgen kann man möglicherweise auch andere Reifentypen fahren als auf den Alufelgen. Abgesehen davon leiden Stahlfelgen nicht so sehr unter Salz wie Alu, und Macken auf der Radkappe beispielsweise durch Schneeketten treiben einem nicht sofort die Tränen in die Augen. Und der unfreiwillige Kontakt mit dem Bordstein schlägt sich dann im Wesentlichen in der neuerlichen Spureinstellung nieder und nicht zusätzlich in teuren Felgen.
Wenn wir uns nun halbwegs im Klaren darüber sind für welchen Bereich wir Winterreifen brauchen, ob eher schnelles, langes Autobahn fahren, oder ländliche Gegenden mit Steigungen, müssen wir darauf achten ob wir Front oder Heckantrieb haben.
Die Anforderungen bezüglich der Spurtreue sind bei Hecktrieblern ausgeprägter. Reifen die für Fronttriebler gut sind, müssen es daher nicht automatisch für Heckler sein. Test in den entsprechenden Zeitschriften, sollten auch auf die entsprechende Reifengröße hin geprüft werden. So ist ein 175mm breiter Reifen unter Umständen gut, der 195er versagt jedoch komplett.
Ein weiterer Aspekt für Winterreifen ist die so genannte Standzeit der Sommerreifen.
Eigentlich ist es natürlich die Fahrzeit. Eine einfache Rechnung: Werden im Jahr 15.000km mit den Sommerreifen gefahren, so verschleißen sie und müssten nach 2 Jahren erneuert werden. Wird aber die Hälfte davon mit Winterreifen gefahren, so halten die Sommerreifen 4 Jahre. Mehrkosten für Winterreifen gibt es also bis auf einen zweiten Satz Stahlfelgen nicht.
Da auf die Winterreifen weit mehr Pflichten zukommen, sollte man sie aber auch nicht allzu lange fahren. Zwei, höchsten drei Winter sind akzeptabel. Entweder ist das Profil in dieser Zeit abgefahren, oder die Weichmacher sind soweit raus, dass die Griffigkeit darunter leidet. Die Hersteller geben natürlich ein deutlich längeres Leben ihrer Produkte an, aber Lebensmittel könne ja auch vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen sein. Der Reifen eines Auto ist nun mal eine Art „Lebensmittel“.
Für beide Reifenarten gilt bei Neuerwerb folgendes:
Keine übermäßige Beschleunigung für die ersten 100km, weil sich der Reifen auf der Felge drehen kann und ein erneutes Auswuchten notwendig werden könnte.
Für Winterreifen gilt zusätzlich dass man mit neuen Reifen nicht unmittelbar in den Schnee soll. Aufgrund der Fertigung bzw. Herstellung sind die Oberflächen des Reifens ziemlich glatt, und man dürfte hochgradig enttäuscht sein, wenn man vorher mit seinen Sommerreifen den Eindruck hatte das sie besser greifen. Dieser Eindruck ist nicht falsch. Nach spätestens 500km ist die Lauffläche erst eingefahren. Da das aber langsam passiert fehlt einem der direkte Vergleich.
Hier nochmal alles in Kurzform:
Pro Winterreifen:
1.Bessere Haftung auf Glätte wegen der so genannte Lamellen
2.Bessere Haftung auf Schnee wegen des gröberen Profil
3.Bessere Verdrängung von Schneematch oder der Salzlacke
4.Mittelbarer Verschleißschutz bzw. höhere Standzeit der Sommerreifen
5.Mittelbare Unterstützung nach Fahrfehler; Einem PKW Fahrer mit Winterreifen hilft man eher aus dem Graben als einem mit Sommerreifen.
Anti Wintereifen
1.Geringfügig höherer Spritverbrauch wegen höheren Abrollwiderstands
Auswahlkriterien:
1.Muss die Höchstgeschwindigkeit gefahren werden oder geht’s auch etwas langsamer?
2.Können schmälere Reifen verwenden werden, ohne die Fahrstabilität wesentlich zu beeinträchtigen?
3.Kann ein gröberes Profil verwendet werden?
4.Können Stahlfelgen benutzt werden, anstelle Aluminium?
Nachtrag für Allradfahrer:
Es ist in der Tat zutreffend, das Allrad-PKW oder auch die SUV's besser durch die Kurven fahren, als die Einachs getriebenen. Das ergibt sich aus der gleichmäßigen Kraftverteilung beider Achsen. Allerdings erhöhen die Komponenten des zusätzlichen Antriebsstranges das Gesamtgewicht. Die SUV's fahren auf besonders breiten Reifen. Und so sind hier – entgegen der allgemeinen Meinung – Winterreifen besonders notwendig.
Anbei noch ein Antidiskrimierungsabsatz.
Natürlich gibt es auch Frauen, also weibliche Verkehrsteilnehmer, die sich nicht genötigt sehen auf Winterreifen umzustellen. Allerdings führe ich das auf mangelndes technisches Verständnis zurück, weil Frauen für dieses Gebiet nun mal eher nicht empfänglich sind. Männer dagegen sind es und deren Handeln kann getrost als vorsätzlich gefährlich erachtet werden.
Es geht um die Ergänzung des §2 der STVO. Bei der seit 1. Mai 2006 in Kraft getretenen Novellierung des § 2 Abs. 3 a der Straßen-Verkehrsordnung handelt es sich um eine Verhaltensvorschrift mit folgendem Wortlaut:
"Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwischanlage."
Wie schon gesagt, es ist lediglich eine Ergänzung, also kein wirklich neues Thema.
Dennoch entfacht die Vorschrift neue Diskussionen, zu einem Jahrzehnte alten Problem.
Vornehmlich die Unvernünftigen suchen immer neue Ausreden warum man keine Winterreifen benötigt, und führen so sich selbst und gefährlicher Weise andere auf's Glatteis.
Die Gegenseite steht dem mit ihren falsche Behauptungen kaum nach, wenn auch mit weniger Risiko für die Allgemeinheit.
So gibt es die Mär der 7 Grad, nach der ein Sommerreifen bei dieser Temperatur die Bodenhaftung verlieren soll; praktisch mit einem Fingerschnipp. Dabei gibt es in Broschüren einzelner Hersteller den Vergleich zwischen Sommer- und Winterreifen, auf denen Sommerreifen bei trockener Straße und unter 0 Grad einen kürzeren Bremsweg haben als der Winterreifen.
Die andere nicht ausrottbare Unwahrheit besteht in der Aussage "Neue Sommerreifen sind so gut wie Winterreifen".
Wie kommt es zu diesen vorsätzlichen Unwahrheiten? Denn mittlerweile sind diese Aussagen nicht mehr einfach als Irrtum abzutun.
Nun da wäre wahrscheinlich hauptsächlich der Faktor Mensch zu betrachten, im Besonderen der Mann! Des Mannes liebstes Spielzeug ist nun mal sein Auto, und dabei insbesondere die Technik. Bedauerlicher Weise haben Männer aber gar nicht so viel Ahnung vom Auto und der Technik wie sie gemeinhin selber glauben und anderen Glauben machen wollen. Aber das würden sie natürlich niemals zugeben.
So wird jegliche Werbung nicht nur kritiklos angenommen sondern genauso hohl weitergegeben.
< --- Achtung Satire ---
Dass die Haftung bei genau 7,000 Grad, oder genauer bei ca. 6,999 Periode Grad plötzlich verlustreich ist, könnte Mann sicherlich noch erklären, obwohl es gerade genau jetzt zu weit führen würde.
Viel einfacher dagegen ist zu erklären das neue Sommerreifen genauso gut sind wie Winterreifen, denn einzig und alleine das Profil zählt im Schnee.
< ---Achtung Satire Ende ---
Da wird dann mal großzügig vernachlässigt, das neue Winterreifen ca. 3mm mehr Profil haben als neue Sommerreifen, oder das sie eben auch bei Frost und Glätte haften müssen. Auch wird vergessen, das das Profil der Sommerreifen lediglich zum Verdrängen von flüssigem Wasser dient, dass auch bei 7 Grad keine wesentlich höhere Dichte aufweist als Schneematsch.
Aber seien wir ehrlich, wer will denn so was schon ernsthaft wissen. Höchstens ein Klugscheißer und der wird in der „coolen“ Autobranche eh nicht gerne gesehen. Das ist dann das gleiche wie die Frage nach dem Spritverbrauch im Zusammenhang mit der Umwelt.
Allerdings gibt es hier einen großen Unterschied: Der Spritverbrauch ist nicht Sicherheitsrelevant, die richtige Bereifung schon. Aber da stoßen unsere Technikfreaks nun mal an ihre Grenzen. Frei nach dem Motto "ich verstehe mich auf Luxus, auf alles Notwendige kann ich verzichten", wird mit PS geprahlt, Alufelgen, und Superbrieten Reifen.
Es ist ja auch in der Tat nicht so einfach für einen Mann die richtigen Reifen auszusuchen. Denn er hat ein Grundsatzproblem. Er muss denken. Das einzige Denken des Mannes heißt "Gas". Wobei es sich hier weniger um denken als um Instinkt handelt. Das einzige Umfeld des Mannes heißt "Straße". Ob da eine Steigung oder Gefälle existiert, nimmt er nicht wahr. Langsam fahren, tun immer nur die anderen, und wer schon mal ein Auto hat das 200 km/h fährt, wird das natürlich uneingeschränkt auch im Winter tun.
Lassen wir nun mal unseren Mann vor sich hin grübeln und widmen uns den Tatsachen:
Der Winterreifen folgt der Funktion und das weitaus mehr als ein Sommerreifen. Demnach muss man sich im Vorfeld über das Einsatzgebiet klar sein.
Wer mit seinem PKW normalerweise 230km/h fahren kann und das auch meistens tut, weil er im Außendienst tätig ist, so macht es nicht sehr viel aus wenn er mit seinem Winterpneu nur 210km/h fahren kann. Für eher ländliche Gegenden würde auch 190km/h reichen. Die niedrigere Höchstgeschwindigkeit der Reifen hat nicht nur einen Kostenvorteil, sondern auch einen entsprechend geringeren Anteil am Positiv-Profil der Lauffläche. So gibt es im unteren Geschwindigkeitssegment teilweise eher gröberes Profil, was sich gut für Schnee macht aber eben nicht für die Laufkultur. Noch besser für Schnee sind schmale Reifen. So muss man zwar nicht von einem 205er Querschnitt runter auf 155 mm, aber 195 oder gar 185 mm Breite können sehr hilfreich sein. Zum einen spart man Geld, zum anderen ist der Druck pro Fläche größer was ein tieferes Einsinken ermöglicht. Geld spart man weil schmälere, langsamere Reifen i.A. günstiger sind. Ausnahmen bestätigen die Regel. So ist zum Beispiel ein Bridgestone mit 205mm und 210km/h einige 10€ billiger als sein Bruder für 190km/h.
Für Winterräder eignen sich auch Stahlfelgen. Es muss nicht das teurere Aluminium sein. Auf den Stahlfelgen kann man möglicherweise auch andere Reifentypen fahren als auf den Alufelgen. Abgesehen davon leiden Stahlfelgen nicht so sehr unter Salz wie Alu, und Macken auf der Radkappe beispielsweise durch Schneeketten treiben einem nicht sofort die Tränen in die Augen. Und der unfreiwillige Kontakt mit dem Bordstein schlägt sich dann im Wesentlichen in der neuerlichen Spureinstellung nieder und nicht zusätzlich in teuren Felgen.
Wenn wir uns nun halbwegs im Klaren darüber sind für welchen Bereich wir Winterreifen brauchen, ob eher schnelles, langes Autobahn fahren, oder ländliche Gegenden mit Steigungen, müssen wir darauf achten ob wir Front oder Heckantrieb haben.
Die Anforderungen bezüglich der Spurtreue sind bei Hecktrieblern ausgeprägter. Reifen die für Fronttriebler gut sind, müssen es daher nicht automatisch für Heckler sein. Test in den entsprechenden Zeitschriften, sollten auch auf die entsprechende Reifengröße hin geprüft werden. So ist ein 175mm breiter Reifen unter Umständen gut, der 195er versagt jedoch komplett.
Ein weiterer Aspekt für Winterreifen ist die so genannte Standzeit der Sommerreifen.
Eigentlich ist es natürlich die Fahrzeit. Eine einfache Rechnung: Werden im Jahr 15.000km mit den Sommerreifen gefahren, so verschleißen sie und müssten nach 2 Jahren erneuert werden. Wird aber die Hälfte davon mit Winterreifen gefahren, so halten die Sommerreifen 4 Jahre. Mehrkosten für Winterreifen gibt es also bis auf einen zweiten Satz Stahlfelgen nicht.
Da auf die Winterreifen weit mehr Pflichten zukommen, sollte man sie aber auch nicht allzu lange fahren. Zwei, höchsten drei Winter sind akzeptabel. Entweder ist das Profil in dieser Zeit abgefahren, oder die Weichmacher sind soweit raus, dass die Griffigkeit darunter leidet. Die Hersteller geben natürlich ein deutlich längeres Leben ihrer Produkte an, aber Lebensmittel könne ja auch vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen sein. Der Reifen eines Auto ist nun mal eine Art „Lebensmittel“.
Für beide Reifenarten gilt bei Neuerwerb folgendes:
Keine übermäßige Beschleunigung für die ersten 100km, weil sich der Reifen auf der Felge drehen kann und ein erneutes Auswuchten notwendig werden könnte.
Für Winterreifen gilt zusätzlich dass man mit neuen Reifen nicht unmittelbar in den Schnee soll. Aufgrund der Fertigung bzw. Herstellung sind die Oberflächen des Reifens ziemlich glatt, und man dürfte hochgradig enttäuscht sein, wenn man vorher mit seinen Sommerreifen den Eindruck hatte das sie besser greifen. Dieser Eindruck ist nicht falsch. Nach spätestens 500km ist die Lauffläche erst eingefahren. Da das aber langsam passiert fehlt einem der direkte Vergleich.
Hier nochmal alles in Kurzform:
Pro Winterreifen:
1.Bessere Haftung auf Glätte wegen der so genannte Lamellen
2.Bessere Haftung auf Schnee wegen des gröberen Profil
3.Bessere Verdrängung von Schneematch oder der Salzlacke
4.Mittelbarer Verschleißschutz bzw. höhere Standzeit der Sommerreifen
5.Mittelbare Unterstützung nach Fahrfehler; Einem PKW Fahrer mit Winterreifen hilft man eher aus dem Graben als einem mit Sommerreifen.
Anti Wintereifen
1.Geringfügig höherer Spritverbrauch wegen höheren Abrollwiderstands
Auswahlkriterien:
1.Muss die Höchstgeschwindigkeit gefahren werden oder geht’s auch etwas langsamer?
2.Können schmälere Reifen verwenden werden, ohne die Fahrstabilität wesentlich zu beeinträchtigen?
3.Kann ein gröberes Profil verwendet werden?
4.Können Stahlfelgen benutzt werden, anstelle Aluminium?
Nachtrag für Allradfahrer:
Es ist in der Tat zutreffend, das Allrad-PKW oder auch die SUV's besser durch die Kurven fahren, als die Einachs getriebenen. Das ergibt sich aus der gleichmäßigen Kraftverteilung beider Achsen. Allerdings erhöhen die Komponenten des zusätzlichen Antriebsstranges das Gesamtgewicht. Die SUV's fahren auf besonders breiten Reifen. Und so sind hier – entgegen der allgemeinen Meinung – Winterreifen besonders notwendig.
Anbei noch ein Antidiskrimierungsabsatz.
Natürlich gibt es auch Frauen, also weibliche Verkehrsteilnehmer, die sich nicht genötigt sehen auf Winterreifen umzustellen. Allerdings führe ich das auf mangelndes technisches Verständnis zurück, weil Frauen für dieses Gebiet nun mal eher nicht empfänglich sind. Männer dagegen sind es und deren Handeln kann getrost als vorsätzlich gefährlich erachtet werden.