Tuesday, September 05, 2006

 

Die Technologie des Kochens, oder, wie machen wir heißes Futter?



Vor nur wenigen 1000 Jahren, die älteren mögen sich erinnern, hatten unsere Vorfahren fast alles was sie sich erträumten. Bis auf warme Speisen.

Glaubt man der Überlieferung, so erbarmten sich ein oder zwei Götter, und schenkten dem Menschen das Feuer. Damals noch ganz profan via Blitz aus heiterem Himmel. Heute trägt man so einen Blitz in der Hosentasche. Das heißt jetzt auch nicht mehr Blitz, sondern Piezo-Feuerzeug.

Damals waren die Menschen ganz angetan, von dem Feuer und hatten die umwerfende Idee, ihre Speisen da rein zu halten, und nannten es dann "kochen" oder "garen".

Das gefiel den Menschen so gut, das sie es für absolut unnötige hielten, für die nächsten 10.000 Jahre etwas daran zu ändern.

Dann kam Thomas Edisson, oder irgend ein anderer, dessen Name mir gerade nicht einfällt, und der erfand den elektrischen Strom. Seit dem Zeitpunkt war es auch Frauen erlaubt, warmes essen herunter zu schlingen.

Die Feuerstelle hatte sich nun zwar geändert, aber die Frauen haben das nicht so recht erkannt, denn sie hüpfen heute immer noch so herum wie vor 10.000 Jahren. Nur heute nennen sie es Herd, statt Feuerstelle.

So ein Herd ist praktisch. Man kann Töpfe und Pfannen darauf tun, die warm oder heiß werden, und man kann rohes Material in die Töpfe oder Pfannen tun, was dann auch warm oder heiß wird.

Allein; die Technik der Wärmeerzeugung hat sich geändert.

Gas:

Feuer hat immer etwas faszinierendes. Es ist heiß und man kann sich verbrennen, es ist aber auch beruhigendes und wärmendes, solange man sich in sicherer Entfernung aufhält.

Die ersten Herde oder Öfen wurden mit Holz befeuert. Später wurde Gas domestiziert, was sogar teilweise funktionierte.

Mit Gas kochen ist im Grunde einfach. Man macht die Flamme an, und dreht je nach Notwendigkeit mehr oder weniger auf. Die Flamme reagiert zügig, hat praktisch keine Remanenzwärme und ist klein genug, das auch kleine Töpfe auf der Feuerstelle genutzt werden können. Ein Gasherd hat i.A. 4 Feuerstellen. Um die Töpfe und Pfannen im Zaum zu halten, gibt es einen Rost. Darauf kann man nach Gutdünken alles hin und her schieben.

Der Nachteil an Gas ist die offene Feuerstelle, und man kann sich tierisch dran verbrennen. Der Gasherd wird wegen der positiven Eigenschaften gern in der Gastronomie gesehen, allerdings ist er sehr schlecht sauber zu machen, und das Essen kann beim überkochen anbacken. Besonders suizidgefährdet sind Kartoffeln, Reis, Nudeln, und Milchprodukte.

Elektro:

Mit Einzug der Elektrizität wurde auch der Herd in der Küche gesellschaftsfähig. Er liefert verschieden große Kochfelder für unterschiedliche Töpfe. Später wurden die einzelnen Kochfelder hinter Glas versteckt und man nannte es dann Ceranfeld. Das machte es wieder einfacher die Töpfe hin und her zu schieben, aber die nachteilige Remanenzwärme und somit "unpünkliches" kochen, wurden damit nicht wett gemacht. Das ist der Haupt-Nachteil gegenüber Gas. Die Reinigung des durchgehenden Ceranfeldes ist nicht wirklich einfacher als bei Gasherden. Zwar hat man nicht die zerklüfteten Gasfelder zu säubern, aber dafür verteilt sich das (Über)-Kochgut nun auch eher über das ganze Ceranfeld. Immerhin, die Rasierklinge bringt gute Erfolge, und bei echt harten Sachen kann man es mit Spinat versuchen.

Induktion:

Die neumodischste Sache ist Induktion. Bei Induktion wird nicht mehr das Kochfeld erwärmt, sondern der Topf oder die Pfanne. Das allerdings nur, wenn diese auch magnetisch sind.

Induktion erzeugt Wirbelströme im Topfboden, und damit Wärme. Der Vorteil dieser Technik ist die von Gas, jedoch ohne dessen Anbrenngarantie. Da die Wärme im Topfboden erzeugt wird, erwärmt sich das Kochfeld nur durch Strahlungswärme. Es brennt also praktisch nichts mehr an.

Die Induktionstechnik gibt es in Form von Herden mit mehreren unterschiedlich großen Kochstellen, oder auch nur als einzelne Kochplatte, die für den Hausgebrauch ab ca. 60€ zu haben ist. Da die Spule zur Erzeugung der Wirbelströme warm wird, haben die Kochfelder Lüfter eingebaut. Beim Hausgebrauch sollte das kein Problem darstellen, im Gastronomiegewerbe stellt der langjährige Gebrauch einen Nachteil dar, weil die Luft erfahrungsgemäß mit Fetten und ähnlichen Stoffen durchsetzt ist, die sich mit der Zeit in dem Luftstrom ablagern.



Zusammenfassung:

Gas: Vorteil, keine Remanenzwärme. Nachteil: offene Flamme, versehentliches verbrennen von Kunststoffteilen, oder ähnlichem, schlechtes Reinigen, anbrennen, Gas als Falsche oder als Leitung im Haus.

Elektro/Ceran: Vorteil: Keine offene Flamme, kein Gas, leichte bis schwere Reinigung. Nachteil: anbrennen, versehentliches verbrennen von Kunststoffteilen, oder ähnlichem , Remanenzwärme.

Induktion: Vorteil: Keine Remanenzwärme, Praktisch kein Reinigungsaufwand, keine Zerstörung von nicht metallischen Dingen. Nachteil: Nur Kochgeschirr mit magnetischem Boden. (Magnet muß haften)

© Volker Schuhmaier

p.s. Natürlich war es nicht Edisson der den Strom erfand. Wenn mir der Name wieder einfällt, korrigier ich das.




 

Comments:
Edison war derjenige, der Elektrizität "marktgängig" gemacht hat, Bsp.: Glühbirne, aber ich denke, dass sich die Erfindung des Stroms Heinrich Hertz, André Marie Ampère, Alessandro Volta, James Watt, Georg Simon Ohm und Werner von Siemens teilen dürfen.

Grüßle
Anna
 
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